22.02.2007: Rom 5. Tag

Filed under: Rom 2007 — admin am 11. March 2007 um 21:54

Wir haben heute morgen tatsächlich mal strahlend blauen Himmel. Da bietet es sich an, den von unserem Vermieter empfohlenen Spaziergang zu machen. Der führt uns auf den Gianicolo, einen Hügel am Westufer des Tiber, auf dem wir am Dienstag Abend schon mal waren. Das ganze als Spaziergang zu bezeichnen, ist allerdings eine Untertreibung. Das ist schon fast eine richtige Wanderung und zieht sich ganz schön in die Länge. Von oben bieten sich dann aber schöne Ausblicke auf den Petersdom und die Stadt, vor allem bei dem schönen Wetter heute.
Blick vom Gianocolo auf den Petersdom

Wir verlassen den Hügel wieder in Richtung unseres Lieblingsviertels Trastevere und schauen uns dort die Kirche “Santa Maria di Trastevere” an. Es ist fast schon überflüssig zu erwähnen, dass es sich auch hier um eine sehr schöne, prunkvolle Kirche voller Kunstschätze handelt. Natürlich steht auch diese Kirche an einer schönen Piazza mit Brunnen und Straßencafe.

Wir überqueren dann den Tiber über die Tiberinsel und gehen zum Circus Maximus. Unterwegs kommen wir an der Kirche “Santa Maria di Cosmedin” mit der siebengeschossigen Campanile (Turm) vorbei. Diese scheint recht bekannt zu sein, vor dem Eingang bildet sich eine Schlange und wir verzichten daher auf die Besichtigung. Ein Nachschlagen im Reiseführer erklärt uns die Bekanntheit. Hier gibt es den “Mund der Wahrheit”, der Lügnern die Hand abbeißen soll.
Brunnen vor der Santa Maria di Cosmedin

Vom Circus Maximus ist lediglich eine große Grünfläche übrig geblieben. Ziemlich unspektakulär, wenn man nicht von hier einen schönen Blick auf die Mauern der Palatin Paläste hätte. Hierbei handelt es sich um einen Teil des Forum Romanum mit kaiserlichen Palästen, für den man Eintritt zahlen muss. Auch eine der Dinge, die wir uns für den nächsten Rom-Besuch aufgehoben haben.

Weiter geht es zum Kolosseum und zum Forum Romanum. Diese sehen wir jetzt schon zum 3. Mal, aber zum ersten Mal unter blauem Himmel. Auch nicht schlecht.
Kollosseum

Kapitol und Piazza Venezia, Fontana di Trevi und Spanische Treppe, alles Highlights, die wir uns heute zum wiederholten Male ansehen, aber diesmal eben mit blauem Himmel, und da wirkt es tausendmal schöner.
Fontana di Trevi

Die Straßen im Umkreis der Spanischen Treppe sind das Shopping-Mekka von Rom, jedenfalls wenn man das nötige Kleingeld hat. Hier findet man nur Gucci, Escada, Armani etc. Wir schlendern ein wenig durch die Gassen, natürlich ohne einen der Exklusivläden auch nur zu betreten, und würden uns wünschen, das hier autofreie Zone wäre. Zwar ist das hier so etwas wie eine Fußgängerzone, aber es scheint doch seeeeehr viele Ausnahmegenehmigungen zu geben. Nach einem Bier bzw. Cappuccino im Straßencafe (endlich können wir auch mal draußen sitzen) gehen wir dann zur Piazza del Popolo. Der letzte Platz Roms, den wir noch nicht erkundet haben (kleines Späßle). An diesem riesigen Platz gibt es sogar mehrere Kirchen. Die bekannteste, die “Santa Maria del Popolo”, schauen wir uns natürlich an (im angegliederten Kloster hat Luther ein Jahr lang, von 1510-1511, gelebt). Auch dies natürlich wieder (müßig zu erwähnen), eine sehr schöne Kirche. Erwähnenswert sind auf jeden Fall die Gemälde von Caravaggio in der Seitenkapelle. Nicht dass ich Kunstexperte bin oder diesen Künstler vor betreten dieser Kirche überhaupt kannte. Aber die Gemälde sind auch für mich als Kunstbanause wirklich einzigartig im Vergleich zu denen, wir bisher in den Kirchen Roms gesehen haben. Dank der ADAC-Rom-Karte, die uns darauf aufmerksam gemacht hat.

In unserem Marco-Polo Reiseführer wird der Hauptbahnhof von Rom als architektonisches Highlight empfohlen. Also nehmen wir die U-Bahn und fahren zur Stazione Termini. Die Bahnhofshalle wurde in ein Shoppingparadies mit viel Glas umgestaltet. Das Gebäude drumherum versprüht allerdings einen ähnlichen Charme wie der Palast der Republik in Ostberlin. Die Empfehlung im Reiseführer ist uns schleierhaft.

Mit Bus und S-Bahn fahren wir dann in unser Lieblingsviertel Trastevere, wo wir unseren letzten Abend verbringen wollen. Wir suchen uns ein nettes Restaurant und dann gibt es ein letztes Mal ein typisches römisches Touristenmenü. Das heißt hier wirklich Menü Touristica und hat den Vorteil, dass man sich nicht durch die gesamte Speisekarte kämpfen muss. Für erfahrene Italien-Urlauber ist das sicher kein Problem, wir Anfänger freuen uns aber für diese Hilfestellung. Pro Gang müssen wir nur zwischen 3-4 verschiedenen Wahlmöglichkeiten entscheiden. Zum Essen gibt es einen Liter Hauswein für 8,- € und eine Flasche Wasser für 2,- €, die Getränke sind wirklich günstig hier.

Unser Rückweg führt uns dann noch einmal über den Petersplatz. Wir genießen noch mal den fast menschenleeren, abendlich beleuchteten Platz. Ein würdiger Abschluss einer sehr schönen Rom-Reise.

21.02.2007: Rom 4. Tag

Filed under: Rom 2007 — admin am 11. March 2007 um 21:54

Morgens gehen wir noch mal zum Vatikan. Wir wollen uns noch mal in Ruhe den Petersdom ansehen, diesmal ohne geführte Gruppe. Die Schlange vor dem Eingang ist heute auch wesentlich kleiner als am Montag, so das wir relativ schnell reinkommen. Im Dom sind allerdings noch mehr Leute als am Montag, so scheint es uns jedenfalls. Wir schauen uns in aller Ruhe um (soweit man bei diesen Menschenmassen überhaupt von Ruhe sprechen kann), allerdings ist der vordere Bereich abgesperrt. Hier sind Mitarbeiter dabei, Stühle abzutransportieren, anscheinend war hier eine Messe oder andere Veranstaltung. Wir schauen dem Treiben ein bisschen zu und staunen dabei etwas über die billigen Plastikstühle. Die passen nicht so ganz in dieses Gesamtkunstwerk Petersdom. Ein Vorteil hat die Absperrung allerdings, man kann den großen Bronzealtar (die größte Bronzeskulptur der Welt) ohne Leute drumherum fotografieren.
Noch mal Petersdom
Menschenmassen im Petersdom

Irgendwann sind alle Stühle weggeräumt, der vordere Bereich bleibt aber weiterhin abgesperrt. Ab und zu werden aber Leute durchgelassen. Wir gehen etwas näher hin und bekommen mit, dass diese Leute “La Messa” sagen. Anscheinend findet hier gleich eine Messe statt, also sagen wir auch “La Messa” und können passieren. Wir gehen nach ganz vorne in den Dom, wo es richtige Kirchenbänke gibt und keine Plastikstühle. Wir setzten uns in eine Bank und warten auf die Dinge, die da kommen. Aber es kommt nichts. Die Bänke füllen sich zwar nach und nach, aber auch nach einer halben Stunde ist nicht zu erkennen, dass die Messe bald beginnt. Natürlich wäre es sicher mal ein Erlebnis, einer Messe im Petersdom beizuwohnen, aber die Wartezeit ist uns doch zu lange und so stehen wir auf und gehen wieder raus. Wir schauen dann noch mal, wie die Schlange vor dem Eingang zur sixtinischen Kapelle aussieht, aber das ist heute auch nicht besser als am Montag, also sparen wir uns das. Man muss ja auch noch Ziele für die nächste Rom-Reise haben.

Am Tiber entlang geht es dann weiter Richtung Innenstadt und zur Spanischen Treppe. Leider ist das Wetter wieder durchwachsen und wie alle berühmten Sehenswürdigkeiten von Rom auch die Spanische Treppe überlaufen, dazu kommen die nervigen Straßenhändler, die einem Blumen oder anderes Zeug andrehen wollen. Das lädt nicht gerade dazu ein, hier länger zu verweilen, und auch fototechnisch gibt das bei diesem Wetter nicht sehr viel her.
Dunkle Wolken über Rom, im Vordergrund eine Tiber-Brücke
Wir suchen uns erst mal ein Cafe und stärken uns mit einer kleinen Pizza. Für den Nachmittag nehmen wir uns noch ein Stück Kuchen mit und schlendern wir weiter durch die Innenstadt. Durch malerische enge Gassen, über kleine und große, ebenso malerische Piazzi (oder wie heißt die Mehrzwahl von Piazza?), und landen irgendwann am italienischen Parlament, vor dem Kameraleute stehen (wohl wegen dem Rücktritt Prodi’s, wie wir erst zu Hause erfahren). Von dort geht es weiter zur Piazza Minerva, wo es einen schönen Obelisk gibt, der von einem Elefanten getragen wird. Außerdem gibt es an der Piazza die sehr schöne Kirche “Basilica di Santa Maria Sopra Minerva”. Die ist nicht mal in unserer ADAC-Karte eingezeichnet, trotzdem absolut sehenswert. Wenn sie eins können oder konnten, die Römer, dann ist es Kirchen bauen.

Unser nächstes Ziel ist Largo di Torre Argentina. Das ist nicht etwas ein See (vielleicht war an dieser Stelle mal einer) sondern eine historische Stätte mit Resten von Säulen und Mauern. Ein Forum Romanum im Kleinformat sozusagen. Das besondere an dieser Stätte ist, dass sie noch bewohnt ist, und zwar von einer ganzen Horde Katzen. Von dort geht es weiter zum Campo de Fiori. Das ist der Marktplatz von Rom, aber um diese Zeit ist der Markt natürlich schon vorbei, nur ein paar Blumenhändler sind noch da. Aber auch ohne Markttreiben gefällt uns der Platz mit seinen Straßencafes sehr gut, unsere Liste der schönsten Plätze Roms wird immer länger.

Mittlerweile ist es schon Abend und es wird Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Heute gönnen wir uns mal den Bus, schließlich haben wir ja am ersten Tag 10 Fahrkarten gekauft, die müssen ja auch abgefahren werden. Das mit den Fahrkarten ist übrigens ganz praktisch. Für ein Euro kann man 75 Minuten lang fahren, egal wohin und egal womit (Bus, Straßenbahn, U-Bahn).

Heute Abend gehen wir nicht essen, sondern kochen im Appartement. Es gibt Pasta mit Sauce Arabica, dazu natürlich Vino Rosso. Muss ja nicht jeden Abend ein 4-Gänge Menü sein, Hauptsache der Hauswein ist dabei .

20.02.2007: Rom 3. Tag

Filed under: Rom 2007 — admin am 11. March 2007 um 21:04

Da der gestrige Tag doch recht anstrengend war, gönnen wir uns heute morgen mal den Bus. Außerdem haben wir ja auch schon unseren Frühsport hinter uns: 5 Stockwerke runter, Brötchen kaufen, 5 Stockwerke wieder rauf.

Die Bushaltestelle direkt vor der Tür ist ein weiteres Plus unseres Appartements. Von dort fahren wir bis zum Lateranpalast. Bis zum 14. Jh. war dieser Sitz der Päpste. Die dazugehörige Kirche San Giovanni in Laterano gehört zu den vielen beeindruckenden Kirchen in Rom.

Danach wollen wir eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Roms besichtigen, den Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi). Der Weg dorthin führt uns mal wieder am Collosseum vorbei und quer durchs Forum Romanum. Der Brunnen ist wirklich sehr schön, allerdings ist der Platz einfach zu überlaufen, was die Freude etwas trübt (neben dem heute wieder trüben Wetter). Unser nächstes Etappenziel ist der Quirnal, Sitz des italienischen Staatspräsidenten (wie heißt der im Moment?). In der Nähe befinden sich 3 Sehenswerte Kirchen, aber alle 3 haben jetzt, zur Mittagszeit, geschlossen. Also geht es weiter zur spanischen Treppe, aber auch dort ist es viiiiel zu voll. Da auch das Wetter immer noch bescheiden ist beschließen wir, hier später oder an einem der nächsten Tage noch mal hinzugehen.

Es ist mittlerweile nachmittags und wir haben Hunger. Für’s Mittagessen ist es zu spät, für’s Abendessen ist es zu früh, also was machen? Wir entscheiden uns für das Hard Rock Cafe, da gibt’s den ganzen Tag warme Küche und wir haben vorhin ein Hinweisschild gesehen. Wir genießen also mal wieder echtes amerikanisches Essen (Spare Ribbs für Ulrike, Burger für mich), nur mit der amerikanischen Freundlichkeit und dem amerikanischen Service klappt das in Rom nicht so gut.

Mittlerweile müssten auch die 3 Kirchen ihre Mittagspause beendet haben, und so machen wir uns auf den Weg zur “Santa Maria della Vittoria”, “San Carlo alle Quatro Fontane” und “Sant Andrea al Quirnale”. Auch wieder 3 prunkvolle Kirchen volle Kunstschätze. Da wir gar nicht genug bekommen können von diesen Kirchen Roms, geht es gleich weiter zu einem der berühmtesten Vertreter, dem Pantheon. Die riesige Kuppel mit dem Loch in der Mitte ist wirklich einzigartig. Auch der Platz vor dem Pantheon mit den Straßencafes ist ganz nett, aber, auch wenn ich mich wiederhole, leider viel zu voll.
Platz vor dem Pantheon
Brunnen vor dem Pantheon

Es wird langsam dunkel. Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Wir nehmen aber nicht den direkten Weg, sondern machen einen kleinen Umweg über den Gianicolo, einen der zahlreichen Hügel der Stadt, von dem man eine schöne Aussicht haben soll. Der Weg zieht sich ganz schön in die Länge, nach so einem Tag, an dem man schon die ganze Zeit durch die Stadt gelaufen ist, ein kräftezehrendes Unterfangen. Oben angekommen, bieten sich aber tatsächlich sehr schöne Ausblicke auf das abendliche Rom, auch das Wetter spielt jetzt einigermaßen mit und wir schießen auch hier ein paar schöne Fotos. Der Weg vom Hügel nach Hause ist dann doch länger, als wir dachten, da es keine direkte Verbindung gibt sondern man in Serpentinen erst mal vom Hügel runter muss. Irgendwann ist aber auch das geschafft, jetzt trennen uns nur noch 5 Stockwerke von einem kühlen Bier.
Blick vom Gianocolo auf das abendliche Rom

19.02.2007: Rom 2. Tag

Filed under: Rom 2007 — admin am 7. March 2007 um 23:13

Morgens gehen wir als ersten zum Supermarkt um die Ecke und kaufen ein paar Sachen für’s Frühstück ein. Die haben dort riesige Brötchen, die zwar innen hohl sind, aber richtig gut schmecken.

Frisch gestärkt machen wir uns dann auf den Weg zum Petersplatz. Heute wollen wir uns den Petersdom nicht nur von außen, sondern auch von innen anschauen. Auf dem Platz hat sich allerdings schon eine riesige Schlange gebildet, weil man, bevor man in den Dom kommt, eine Sicherheitsschleuse wir auf einem Flughafen passieren muss. Die Schlange reicht fast einmal quer über den Petersplatz, und wir haben eigentlich keine Lust, uns hinten anzustellen. Zwischendurch tun sich aber immer wieder Lücken auf, wenn eine Reisegruppe stehen bleibt und nicht weitergeht. Wir stellen uns einfach in eine dieser Lücken und haben uns so ungefähr die Hälfte der Schlange gespart. Die Sicherheitskontrollen sind sehr lasch, vor manchen Bildschirmen sitzt gar keiner, trotzdem werden die Taschen fleißig durch das Röntgengerät geschoben.
Petersplatz

Hinter den Kontrollstellen spricht uns eine junge Frau an, ob wir Englisch sprechen. Sie zeigt auf einen jungen Mann und teilt uns mit, dass er eine kostenlose englischsprachige Führung durch den Petersdom anbietet. Wir überlegen kurz und entscheiden uns dann, die Führung mitzumachen. Unser Führer heißt Jason, kommt aus Lousianna und macht schon seit 4 Jahren Führungen durch den Petersdom. Er spricht ein gut verständliches Englisch und führt uns zu den wichtigsten Punkten im Dom. Das ganze ist richtig professionell, die Verständigung läuft über Funkkopfhörer, und dauert eine dreiviertel Stunde. Es war auf jeden Fall eine richtige Entscheidung, diese Führung mitzumachen. So irrt man nicht völlig planlos durch dieses gigantische Bauwerk.
Petersdom

Am Ende der Führung bietet uns Jason dann an, anschließend noch eine Führung durch das vatikanische Museum und die Sixtinische Kapelle mitzumachen. Die ist dann natürlich nicht mehr kostenlos (damit ist auch die Frage beantwortet, wovon der Junge lebt), sondern soll 25,- EUR pro Person kosten. Positiver Nebeneffekt: Seine “Assistentin” steht schon seit geraumer Zeit in der Schlange vor dem Eingang zu den Museen, so würden wir Wartezeit sparen. Da uns die Führung durch den Dom gut gefallen hat und natürlich auch die eingesparte Wartezeit verlockend ist, entschließen wir uns auch diese Führung mitzumachen. Zunächst können wir uns aber noch in einem nahe gelegenen Cafe stärken und dort die Toiletten benutzen. Von dort führt Jason uns in kleinen Gruppen zu 2-4 Person zu seiner Kollegin in der Warteschlange. Taktisch klug, eine Gruppe von 20 Personen würde natürlich auffallen und den Unmut der anderen Wartenden hervorrufen. Kleinere Gruppen fallen bei diesen Menschenmassen nicht so auf.

Wir gehören zu den ersten, die sich in die Schlange einreihen. Im Gegensatz zur Schlange vor dem Petersdom geht es hier nur ganz langsam voran, das nervt. Wir stehen ca. eine Stunde in der Schlange (wobei unsere “Assistentin” ja vorher schon eine dreiviertel Stunde für uns dort gestanden hat), sind nicht mehr weit vom Eingang entfernt und bekommen dann die Nachricht, dass der Eingang zu den Museen und der Sixtinischen Kapelle jetzt geschlossen wird. Es ist jetzt 12:30 und das ist im Winter die offizielle Schließzeit. Das da noch tausende vor dem Tor stehen, scheint die verantwortlichen nicht zu interessieren. Die ganze Wartezeit war also umsonst. Wir sind natürlich richtig sauer und das Thema Sixtinische Kapelle hat sich für uns damit erledigt. Noch ärgerlicher ist es aber für unseren Führer Jason, der hat damit für heute keine Einnahmen und umsonst gearbeitet.

Den Frust betäuben wir mit einem großen Eis aus der nahe gelegenen Eisdiele und starten dann unsere weitere Romerkundung. Was liegt da näher als das Castel St. Angelo (Engelsburg)? Vom Vatikan aus gar nichts, also gehen wir da auch hin. Neben der Burg selbst bieten sich vor dort auch noch schöne Ausblicke auf den Petersdom sowie den Tiber mit seinen Brücken.
Castel St. Angelo

Weiter geht es zu einem der zahlreichen bekannten römischen Plätzen, der Piazza Navona. Sehr schöner Platz, leider sind mittlerweile wieder dunkle Wolken aufgezogen. Außerdem ist der Obelisk, der ja auf fast jedem Platz in Rom steht, eingerüstet. Das trübt die Freude ein bisschen, ist aber trotzdem ganz nett hier.

Weiter geht es zu dem zentralen Platz in Rom, der Piazza Venezia mit seinem alles überragenden Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II (Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II), den ersten italienischen König. Von dort bieten sich sehr schöne Ausblicke über die Stadt.
Piazza Venezia

Wir gönnen uns dann Cappuccino und Kuchen in der Cafeteria des Monuments, von der man über das Forum Romanum bis zum Kollosseum blicken kann. Gleich hinter dem Nationaldenkmal liegt die nächste Sehenswürdigkeit, das Kapitol. Dort sitzt der römische Bürgermeister und auf dem Platz davor steht eine Reiterstatue des Kaisers Mark Aurel. Von dort führt unser Weg ins gleich angrenzende Forum Romanum. Durch das Trümmerfeld mit nur noch wenigen komplett erhaltenen Bauten gehen wir zum Kollosseum. Die Arena beeindruckt mehr durch ihre Größe als durch Schönheit. Natürlich sind auch hier Massen von Touristen aus aller Herren Länder unterwegs. Auf eine Besichtigung von innen verzichten wir daher, außerdem hatte eine Kollegin von mir das als nicht lohnenswert bezeichnet.
Forum Romanum

Es ist mittlerweile später Nachmittag und wir machen uns auf in den Stadtteil Trastevere. Der wurde uns von unserem Vermieter wärmstens empfohlen, und er hat recht. Das Viertel mit seinen engen Gassen, kleinen Läden, Cafes und Restaurants wirkt noch ursprünglich. Natürlich ist auch hier schon viel auf den Tourismus ausgerichtet, trotzdem hat Trastevere einen ganz eigenen Charme, gerade jetzt bei einbrechender Dunkelheit, und es macht Spaß, hier durch die Gassen zu schlendern. So stellt man sich Italien vor. Wir suchen uns gegen Abend ein schönes Lokal, wo wir das erste Mal ein richtiges italienisches Menü mit Antipasti, Prima Piatti, Secondi Piatti und Dolce zu uns nehmen. Dazu gehört natürlich ein halber Liter vom Hauswein (ja, wir sind heute noch bescheiden) zu günstigen 4,- EUR.
Trastevere

Nach dem Essen machen wir uns auf den Heimweg, und der führt uns noch mal am Castel St. Angelo und am Petersdom vorbei. Beide sind Abends schön beleuchtet, ein wunderschöner Anblick, und uns gelingen auch ein paar schöne Fotos.
Petersdom am Abend
Castel St. Angelo am Abend

18.02.2007: Rom 1. Tag

Filed under: Rom 2007 — admin am 7. March 2007 um 23:02

Pünktlich um 12:10 landen wir auf dem Flughafen Fuimicino. Ein Taxi bringt uns für 40,- EUR relativ schnell zur Via Grigorio VII, wo unser Appartement-Vermieter schon wartet. Er zeigt uns das Appartement und gibt uns noch ein paar gute Tipps mit auf den Weg. Sein Kommentar zum Wetter (trocken, aber geschlossene Wolkendecke): “Das ist schon fast das schlechteste Wetter, was Sie hier haben können. Rom ist kein Regenloch.”

Wir gehen also ohne Schirm los Richtung Vatikan, der nur ca. 10 Minuten von unserem Feriendomizil entfernt liegt. Natürlich sind wir vom riesigen Petersplatz und dem Petersdom total beeindruckt, auch wenn wir es heute bei einer Besichtigung von außen belassen. Leider fängt es recht heftig an zu regnen und wir werden mit der Zeit richtig nass. Alle paar Meter kommen uns jetzt irgendwelche Straßenhändler entgegen und wollen uns Schirme verkaufen. Es muss tausende von diesen Schirmverkäufern geben, so viel also zum Thema Rom ist kein Regenloch. Ca. beim 20. Verkäufer haben wir die Nase voll, vom Regen und von diesen Händlern. Wir kaufen also jeder einen Schirm für 3,- EUR. Gut angelegtes Geld, können wir jetzt doch relativ trockenen Fußes und ohne weitere Belästigungen durch die “Schirmherren” durch Rom laufen.

Den Rest des Nachmittages schlendern wir noch durch die Straßen des Vatikanviertels. Natürlich sind reichlich Touristen unterwegs, trotzdem ist es relativ ruhig. Zum einen weil heute Sonntag ist und alle Geschäfte geschlossen haben, zum anderen gibt es heute ein Fahrverbot für alle Fahrzeuge, die nicht schadstoffarm nach EURO 4 sind (lt. Aussage unseres Vermieters).

Apropos geschlossene Geschäfte: Die sind nicht nur zu, sondern regelrecht verbarrikadiert, mit herunter gelassenen Jalousien oder Eisengittern. Ein Schaufensterbummel macht da nicht so richtig Spaß.

Gegen Abend gehen wir zurück zum Appartement, um uns trockene Klamotten anzuziehen. Der Weg an sich ist nicht weit, die letzten Meter aber ziemlich anstrengend. Unser zu Hause für die nächsten 5 Tage liegt nämlich im obersten Stockwerk eines 5-stöckigen Wohnhauses und einen Fahrstuhl gibt es nicht. Ansonsten ist die Lage sehr gut, wie schon erwähnt unweit des Vatikans und mit Cafes, Restaurants und Geschäften in unmittelbarer Umgebung. Sogar einen kleinen Markt gibt es fast direkt vor der Haustür, die Versorgung ist also sichergestellt.

Zum Abendessen gehen wir zum Italiener (wo auch sonst hin) um die Ecke, wo wir uns für heute mit einer Pizza begnügen. Da hier kein Touristen- sondern eher ein Wohnviertel ist, kann man noch zu annehmbaren Preise Essen gehen. Besonders bemerkenswert: Den Hauswein gibt es für 3,50 EUR pro halben Liter.