29.06.2007: Oslo - Abreise

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 30. June 2007 um 22:54

Das Wetter heute Morgen ist bescheiden, dunkle Wolken und Regen. Wir checken nach dem Frühstück aus, lassen unseren Wagen aber auf dem Hotelparkplatz stehen (hat schließlich 150,- NOK extra gekostet) und gehen mit Regenjacke und Regenschirm bewaffnet los.

Unser erstes Ziel ist das Rathaus von Oslo. Ein Gebäude, das zwiespältige Eindrücke hinterläßt (und damit tyisch für Oslo ist). Es gibt durchaus schöne Aspekte: Die atronomische Uhr an einem der 60 m hohen Rathaustürme, Schnitzereien an der Außenfassade, einen schönen Brunnen vor dem Rathaus, einen schönen Eingang und innen eine sehr schöne Eingangshalle. Der Gesamteindruck ist aber der eines hässlichen großen Klotzes aus rotem Backstein.

Vor dem Rathaus stehen diese typischen Doppeldeckerbusse für Stadtrundfahrten. Bei dem Regen genau das richtige für uns. Wir bekommen sogar noch Plätze in der ersten Reihe im oberen “Geschoss”. Das bringt aber auch nicht ganz viel, da die Scheiben von außen vollgeregnet werden und von innen beschlagen. Egal, wir fahren die verschiedenen Touristenattraktionen ab (das hätten wir zu Fuss natürlich nie geschafft) und steigen am Kon Tiki Museum aus. Hier wird das Schaffen von Thor Heyerdahl sehr anschaulich demonstriert, unter anderem sind 2 seiner Schiffe (Ra II und Kon Tiki) hier aufgebaut. Da wir beide sein Buch über die Kon Tiki Expedition gelesen haben, ist das sehr interessant für uns.

Nach dem Museumsbesuch steigen wir wieder in den Sightseeing-Bus ein und fahren die restliche Strecke, am Rathaus steigen wir wieder aus. Passend sind mittlerweile die Wolken aufgerissen und die Sonne kommt raus.

Wir gehen zur Aker Brygge, einem neuen, auf dem ehemaligen Gelände einer Werft errichteten Stadtviertel direkt am Hafen. Modern, aber schön (eine Seltenheit in Norwegen), erinnert uns ein wenig an die Speicherstadt in Hamburg. Hier gibt es jede Menge Geschäfte, Cafes und Restaurants, letztere fast alle mit großem Außenbereich. Da wir mittlerweile hungrig sind, schauen wir uns nach einem Restaurant um. Die Entscheidung ist aufgrund der Vielzahl nicht einfach, aber irgendwann sticht uns der Name Rorbuer ins Auge. Das müssen wir uns in Erinnerung an unsere 4 Nächte in der Rorbuer auf den Lofoten natürlich anschauen. Sieht gut und rustikal aus, Speisekarte ist auch o.k. und relativ günstig, also nehmen wir draußen in den Korbstühlen Platz. Für Ulrike gibt es Haddock (geräucherter Fisch) mit Gemüse und Kartoffeln, für mich Shellfish (Krabben und Muscheln) auf Salat mit Brot und Butter sowie einer ziemlich großen Portion rotem Kaviar. Beides sehr lecker.

Danach setzen wir uns noch ein bischen am Hafen in die Sonne und gehen anschließend zur Akershus, der alten Festung von Oslo. Über die Karl Johan Gata und den Bahnhofsplatz gehen wir dann zurück zu unserem Hotel in der Storgata, wo unser Auto auf dem Parkplatz auf uns wartet. Unser Navi dirigiert uns von dort sicher zum Fährterminal der Stena Line.

Etwas verspätet um 20:00 Uhr legt die MS Stena Saga vom Kai ab. In der Abendsonne haben wir noch mal einen schönen Blick auf Oslo und die idyllischen Inseln im Oslofjord. Ein schöner Abschied von Norwegen.

28.06.2007: Oslo

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 28. June 2007 um 22:04

Als wir aufstehen ist es zwar zunächst noch etwas bedeckt, wir können aber trotzdem draußen frühstücken.

Dann machen wir uns auf den Weg Richtung Oslo. Zunächst geht es auf Nebenstraßen weiter am Ufer des Mjosa-Sees entlang, dann müssen wir wieder auf die E6. Zunächst ist das auch nur eine normale, zweispurige Landstraße, später wird es dann eine z. T. achtspurige Autobahn. Nach fast 3 Wochen in den Weiten Norwegens ist das erst mal wieder gewöhnungsbedürftig.

Unser erstes Ziel ist Holmenkollen, die traditionsreiche Skisprungschanze im Norden von Oslo. Natürlich müssen wir auch hier Eintritt bezahlen (ca. 9,- EUR), dafür können wir nicht nur mit dem Fahrstuhl auf die Schanze fahren, sondern uns auch das norwegische Skimuseum anschauen. Das ist gut gemacht und der Blick von der Schanze auf Oslo auch nicht von schlechten Eltern.

Da das Wetter mittlerweile sehr schön ist, entschließen wir uns als nächstes zum Vigelandpark zu fahren. In diesem, vom Künstler Gustav Vigeland selbst entworfenen Park, befinden sich diverse Figuren aus Bronze und Stein, ein großer Brunnen sowie eine Granitsäule aus 121 steinernen Leibern. Man kommt aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus, für uns ist das schon jetzt das Oslo-Highlight.



Das es mittlerweile später Nachmittag ist, machen wir uns auf den Weg zum vorgebuchten Best Western Anker-Hotel. Dank Navigationssystem geht das auch ganz gut, wir müssen uns nur erst mal wieder an den Verkehr einer Großstadt gewöhnen.

Das Hotel liegt ziemlich zentral und so gehen wir nach dem Einchecken noch mal los in die Innenstadt. Was uns zunächst auffällt ist das Vielvölkergemisch auf den Straßen. Man kommt sich vor wie im Schmelztiegel New York und nicht wie in einer norwegischen Stadt. Laut unserem Reiseführer erschließt sich die Schönheit Oslos erst mit dem zweiten Blick, und unser erster Blick bestätigt das. Dann erreichen wir die Karl Johans Gate, die Einkaufsstraße von Oslo. Das ist dann wohl der vom Reiseführer gemeinte zweite Blick auf Oslo. Hier gefällt es uns gut, schöne Gebäude, Geschäfte, Restaurants und Straßencafes, Straßenmusikanten und jede Menge Menschen, hier tobt das Leben. Zum Abendessen landen wir natürlich, wie soll es auch anders sein, im Hard Rock Cafe. Wir sitzen draußen auf Oslos Prachtmeile und schauen auf Schloss, was will man mehr. Später setzt sich noch ein älteres Paar aus Mainz zu uns, die heute angekommen sind und ihren Urlaub noch vor sich haben.

27.06.2007: Peer Gynt Veien - Lillehammer

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 28. June 2007 um 20:17

In unserem Übernachtungsort Vinstra beginnt der Peer Gynt Veien, eine Alternativroute zur E6, der Hauptroute nach Süden. Benannt ist der Weg nach der Figur aus Henrik Ibsens Drama, die in Vinstra beheimatet gewesen sein soll und so etwas wie ein norwegischer Nationalheld ist.

Klar, das wir natürlich diesen Weg nach Lillehammer wählen. Die Straße führt abseits der Touristenströme über das Hochland, vorbei an Almhütten, Moorgebieten, Schafherden und kleinen Seen. Nichts spektakuläres, aber sehr schön und sehr ruhig, jedenfalls an diesem Morgen. Liegt vielleicht auch daran, das der Weg zum großen Teil nur geschottert ist und außerdem mautpflichtig. Der Reiseführer empfiehlt, jetzt die Peer Gynt Suite von Edvard Grieg in den CD-Player zu legen, aber die haben wir natürlich nicht dabei. Das wird zu Hause aber nachgeholt und dann werden wir an diese Gegend denken.

Und ich sag noch zu Ulrike: Hier müsste jetzt mal ein Elch auf dem Weg stehen. Aber sie meint, dies sei keine Elchgegend. Kurze Zeit später sehen wir links neben der Straße eine Elchkuh. Als wir anhalten und die Türen aufmachen, läuft sie aber sofort weg. Wir fahren dann noch zu einer Parkbucht eine paar Meter weiter. Von dort führt ein Trampelpfad in Richtung Elchkuh, aber von der ist nichts mehr sehen, schade.

Kurz vor Lillehammer mündet der Peer Gynt Veien wieder in die E6 und gegen 11:00 Uhr erreichen wir die Stadt der olympischen Winterspiele 1994. Wir fahren zunächst zum Museumsdorf Maihaugen, einem der schönsten und größten Freilichtmuseen Norwegens. Hier wurden alte Gebäude aus dem Gudbrandsdal original wieder aufgebaut. Man sieht es ihnen aber absolut nicht an, dass sie nicht mehr an ihrem Originalstandort stehen. Das gilt insbesondere für die um 1200 erbaute Stabkirche, die führer in Lom stand.
 

Danach fahren wir zum Olympiazentrum und schauen uns die Skisprungschanzen und die Hakon-Hallen (Eishockey) an. Anschließend fahren wir ins Zentrum von Lillehammer und schlendern über die sehr schöne Fußgängerzone.

Gegen 15:00 Uhr verlassen wir die Stadt. Wir wollen uns eine schöne Hütte am Mjosa-See suchen. Das gestaltet sich aber sehr schwierig. Entweder sind die Hütten ausgebucht, ober sie entsprechen nicht dem, was wir erwarten. Schließlich ist heute unsere letzte Hüttenübernachtung in Norwegen, morgen geht es nach Oslo ins vorgebuchte Hotel.

Wir brauchen schließlich bis ca. 16:30, ehe wir ein schönes Plätzchen auf einer Halbinsel finden. Die Hütte ist zwar nicht die neueste, hat auch kein Bad, liegt aber sehr schön mit Seeblick. Den Rest des nachmittages verbringen wir dann am See. Da es hier auch eine kleine Badebucht gibt, nutze ich das zu einem erfrischenden Bad im See.

Ach ja, ich hatte noch nichts über das Wetter geschrieben: Blauer Himmel, Sonne, nur wenig Wolken. So können wir auch heute wieder lange die Sonne genießen.

26.06.2007: Lustrafjord - Sognefjell

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 28. June 2007 um 20:16

Schon früh morgens scheint die Sonne auf unseren Balkon, d. h. wir können heute das erste mal in diesem Urlaub draußen frühstücken. Danach bleiben wir noch ein Weilchen in der Sonne sitzen und gegen 10:00 Uhr verlassen wir schweren Herzens unsere Superhütte.

Wir fahren weiter am Südufer des Lustrafjords entlang und halten schon nach kurzer Zeit in dem kleinen Örtchen Luster. Dort gibt es mal wieder eine alte Kirche zu besichtigen, diesmal zu Abwechselung mal eine aus Stein. Die bereits 1250 erbaute Kirche gefällt uns sehr gut und kostet sogar mal keinen Eintritt.

In Skjolden verläßt die Straße den Lustrafjord, der ist hier nämlich zu Ende, und windet sich hinauf zum Sognefjell. Dieser Sognefjellvegen ist die schönste Hochgebirgsstrecke in Norwegen und steigt bis auf 1400 m an. Die Berge, die man von hier aus sehen kann, gehören zum Jotunheimen Nationalpark und sind die höchsten Berge Norwegens (Galdhopiggen ist mit 2469 m der höchste davon). Gerade bei diesem Wetter ist das eine wunscherschöne Fahrt, vorbei an Gletschern, Schneefeldern, Wasserfällen etc. Natürlich halten wir an zahlreichen Aussichtspunkten an und genießen Landschaft und Wetter bei einer kleineren Wanderung.


Leider verlassen wir das Hochgebirge irgendwann wieder und nähern uns dem schon etwas größeren Ort Lom. Ist ein typischer Touristenort, aber ganz nett. Fast nur Holzhäuser und eine hübsche Stabkirche gibt es auch. Wir kaufen dann noch ein paar Kleinigkeiten ein und fahren weiter Richtung Otta. Von dort machen wir einen kurzen Abstecher zu den Kvitskriuprestein, den weißen Priestern. Dabei handelt es sich um Erdpyramiden, kleine Türmchen mit Steinen oben drauf. In Amerika nennen sie diese Dinger Hoodoos, und wer unsere Reiseberichte in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, der weiß jetzt, was gemeint ist.

Danach heißt es wieder Ausschau halten nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir fahren verschiedene Campingplätze an, die Hütten vermieten, finden aber erst mal nicht passendes. Es sind auch ein paar echte Bruchbuden dabei, und nach der Superhütte von gestern liegt die Messlatte natürlich sehr hoch. Im Ort Vinstra finden wir dann zwar keine Hütte, aber ein nettes, altehrwürdiges Hotel (über 100 Jahre alt). Das Hotel hat diesen alten Charme bewahrt, die Zimmer sind nett und gemütlich. Zudem gehört ein riesiger Garten zum Hotel, der direkt an den Fluß Sjoa grenzt und zahlreiche Sitzecken bietet. Dort sitzen wir dann noch lange in der Abendsonne.

25.06.2007: Urnes - Nigardsbreen - Ein perfekter Urlaubstag

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 28. June 2007 um 20:15

Die Wettervorhersage für heute ist auch nicht so toll. Viele Wolken, Regen, aber immerhin auch ab und zu Sonne.

Noch ein Nachtrag zum Hotel Walaker: Gestern beim Einchecken mussten wir nur unsere Namen in die Gästeliste eintragen. Kein Ausweis vorzeigen, keine Kreditkarte vorlegen. Wir hätten auch Willi und Lieschen Müller aus Timbuktu schreiben können und wären am nächsten Morgen weggefahren ohne zu bezahlen. Die haben noch Vertrauen hier in Solvorn.

Als erstes schauen wir uns heute die Stabkirche Urnes an. Die liegt genau gegenüber dem Hotel Walaker auf der anderen Seite des Lustrafjordes, und genau vor dem Hotel fährt die Fähre dorthin ab. Wir lassen unser Auto auf dem Hotelparkplatz stehen und nehmen die erste Fähre um 10:00 Uhr. In Ornes angekommen müssen wir noch ca. 15 min zu Fuß gehen, bis wir die Urnes Kirche erreichen (Es ist wirklich so, der Ort heißt Ornes, die Kirche heißt Urnes). Die ist zwar nicht besonders groß, es ist aber die älteste Stabkirche in Norwegen, über 900 Jahre alt. Natürlich müssen wir auch hier Eintritt bezahlen, aber dafür bekommen wir auch eine Führung. Die Kirche ist vor allem von innen sehr schön und ihr Eintrittsgeld durchaus wert.

Unser zweites Tagesziel ist der Nigardsbreen Gletscher im Jostedalsbreen Nationalpark. Nach kurzer Fahrt, bei der es zwischendurch mal wieder regnet, kommen wir dort an und buchen eine geführte Gletscherwanderung, die sich Blaueiswanderung nennt und um 14:30 Uhr startet. Vorher stärken wir uns noch ein wenig und ziehen uns etwas wärmer an, dann geht es um kurz 14:15 Uhr los. Das Wetter ist mittlerweile immer besser geworden, hier und dort kommt sogar die Sonne durch und wir können blauen Himmel sehen. Welch eine Freude nach dem Regentag gestern. Wir werden zunächst mit Steigeisen und Eispickel ausgestattet und bekommen ein paar Erläuterungen. Zum Glück ist unsere Wandergruppe sehr klein,  neben uns und unserem Führer aus Nepal wandert nur noch eine Frau aus Südafrika (Sandra Bullock Double) mit. Später, auf dem Gletscher, gesellt sich aus Sicherheitsgründen noch ein zweiter Führer aus Schweden dazu. Ein sehr internationale Gruppe also.

Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, mit Steigeisen unter den Schuhen auf dem Eis zu Laufen, aber nach ein paar Minuten geht es schon ganz gut. Die nächsten 2 Stunden auf dem Eis sind einfach unbeschreiblich. Wer sich zunächst wundert, warum das ganze Blaueiswanderung heißt, der weiß es spätestens, wenn er in die erste Gletscherspalte geschaut hat. Es ist ein tolles Erlebnis und für uns natürlich auch ein kleines Abenteuer, durch diese Wunderwelt aus Eis zu laufen.

An dieser Stelle danke an Bernd, dass Du uns so davon vorgeschwärmt hast!  Der Urlaub ist zwar noch nicht vorbei, aber ich denke das war schon mal das Urlaubshighlight!


 

Gegen 17:00 Uhr kommen wir von der Gletscherwanderung zurück. Wir tauschen erst mal unsere verschwitzen Klamotten, stärken uns mit den mitgebrachten Brötchen, setzen uns noch ein wenig in die Sonne und schauen noch mal auf den Nigardsbreen Gletscher.

Da wir für heute noch eine Übernachtungsmöglichkeit suchen müssen, brechen wir gegen 17:30 Uhr auf und fahren am Lustrafjord entlang nach Norden. Nach einer 3/4 Stunden sehen wir rechts einen Campingplatz mit Hüttenvermietung, der auch im Reiseführer empfohlen wird. Wir fahren zur Rezeption, die ist aber zur Zeit anscheinend nicht besetzt. Es hängt aber ein Schild im Fenster, man solle sich einfach eine freie Hütte suchen (wo der Schlüssel in der Tür steckt, ist die Hütte frei) und dann später bezahlen. Also schauen wir uns um und nehmen eine freie Hütte in Beschlag. Wenn wir bis jetzt dachten, wir hätten einen super Urlaubstag gehabt, dann wird das jetzt noch gesteigert zum perfekten Urlaubstag. Die Hütte ist sehr geräumig, gut ausgestattet, liegt direkt am Wasser, hat einen großen Balkon und von dem schaut man nicht nur direkt auf den Lustrafjord, sondern auch auf den Feigumfossen, einen 218 m hohen Wasserfall am Südüfer des Fjords. Es gibt sicherlich viele Hütten in Norwegen in schöner Lage am See oder Fjord, aber dieser Platz hier ist schon etwas besonderes! Hinzu kommt, das wir entgegen den Wettervorhersagen das ganze bei strahlendem Sonnenschein geniessen können.

Wir sitzen erst noch etwas in der Sonne, grillen dann und sitzen noch lange draußen. Später kommt dann auch der Vermieter zum Kassierren. Ein netter Norweger der sehr gut deutsch spricht. Auf meine Frage, warum er so gut deutsch spricht, antwortet er: “Das ist hier Campingsprache”.

24.06.2007: Fahrt Geiranger - Solvorn

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 25. June 2007 um 09:03

Das Wetter ist heute morgen noch schlechter als gestern. Die Wolken hängen noch tiefer und es regnet.

Wir verlassen Geiranger über den Geirangervegen. Wieder so eine Serpentinenstraße mit 29 Kurven, die einen von 0 auf über 1000 m bringt. So richtig Spaß macht die Fahrt allerdings nicht, da wir ab ca. 600 m nicht mehr unter sondern in den Wolken fahren.

In dem Örtchen Oppstryn sehen wir das Jostedalsbreen Nationalparkcenter. Wir halten an und gehen erwartungsvoll rein. Es gibt eine Ausstellung über Flora und Fauna des Nationalparks, die kostet aber ca. 10,- EUR Eintritt. Ansonsten kann man in dem Andenkenladen den typischen Touristenkitsch kaufen. Wir hatten eigentlich erwartet, hier Informationen über den Nationalpark zu bekommen und sind auch nicht bereit, hier 10,- EUR Eintritt zu bezahlen.

Also geht es weiter bei unverändert schlechtem Wetter. In Olden gibt es ein kleines Center für Lagerverkauf. Wir schlendern etwas durch die Geschäfte, genau das richtige bei dem Wetter, und werden auch fündig. Ulrike findet eine Jeans und ich eine Trekkinghose, sogar in Norwegen kann man günstig einkaufen.

Danach wollen wir zum Brikdalsbreen-Gletscher fahren. Es fängt aber so stark an zu regnen, dass wir uns diesen Abstecher schenken und weiter nach Süden fahren. Unterwegs sehen wir noch den Boyabreen und den Suphellebreen, zwei weitere Ausläufer des riesigen Jostedalsbreen Gletschers.

Gegen 18:00 Uhr kommen wir dann in Solvorn an und fahren zum Walaker Hotel. Nach einem total verregneten Tag muss man sich mal was gönnen und wir fragen in dem bereits 1690 erbauten Hotel nach, ob noch Zimmer frei sind. Große Hoffnung haben wir allerdings nicht, da das Walaker eines der bekanntesten Hotels ist. Es gibt aber tatsächlich noch freie Zimmer und wir bekommen 3 Schlüssel und können uns 3 Zimmer anschauen. Das erste Zimmer befindet sich im alten Haupthaus und ist unbeschreiblich. Alles stilvoll eingerichtet, uralte Möbel, wohnen wie im Museum. Dazu noch ein sehr schöner Blick auf den Lustrafjord. Allerdings riecht es etwas nach Farbe, wurde wohl frisch renoviert.

Das zweite Zimmer liegt im ebenfalls alten Nebengebäude, ist ganz anders eingerichtet als das erste, aber auch mit alten Möbeln und ebenso schön. Nur der Blick ist nicht ganz so toll. Das dritte Zimmer liegt im Neubau, ist modern aber auch geschmackvoll eingerichtet, hat draußen eine Sitzecke (wenn es denn mal aufhört zu regnen) und ebenfalls Fjordblick. Eine schwere Entscheidung. Wir würden eigentlich das erste Zimmer nehmen, aber aufgrund des Farbgeruchs entscheiden wir uns für das Zimmer im Neubau. Das liegt außerdem im Erdgeschoß und wir müssen unser Gepäck nicht die Treppe hochschleppen, und zudem ist es das günstigste. Wir reservieren das Zimmer und auch gleich einen Tisch für das Dinner. Über den Preis hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens.

Nach dem 4-Gänge Menü geniessen wir noch einen Kaffee auf der Veranda des Hotels. Anschließend sitzen wir, da es mittlerweile aufgehört hat zu regnen, bei einem Glas Rotwein noch bis 23:00 Uhr draußen

23.06.2006: Trollstigen - Geiranger Fjord

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 24. June 2007 um 18:32

Heute verlassen wir die E6, auf der wir seit 2 Tagen gen Süden unterwegs waren, und fahren nach Westen. Unser Ziel ist der Geiranger Fjord.

Der Wetterbericht für heute verheißt nichts gutes, Wolken und Regen zeigte Wetteronline für heute an, und das passt so ziemlich. Die Fahrt ist trotzdem sehr schön, es geht zunächst durch ein Tal mit zahlreichen Wasserfällen rechts und links der Straße.

Dann erreichen wir Trollstigen, die vielleicht berühmteste Straße Norwegens. In 11 Haarnadelkurven windet sich die Straße, an Wasserfällen vorbei, auf 858 m Höhe. Eine atemberaubende Fahrt, eine wunscherschöne Landschaft. Zum Glück ist heute nicht so viel los wie wir befürchtet hatten, so kann man ganz gemütlich die Kurven hochfahren ohne ständig irgenwelchen Reisebussen ausweichen zu müssen. Oben gibt es dann einen großen Aussichtspunkt mit den üblichen Andenkenbuden etc. Da ist der Rummel dann doch ziemlich groß. Egal, die Aussicht ist trotzdem klasse, auch wenn das Wetter nicht ganz so optimal ist. Immerhin ist es trocken und ab und zu schafft es sogar mal die Sonne, die Wolken zu durchbrechen.
 

Weiter geht es durch schöne Hochgebirgslandschaft Richtung Geiranger. Zweimal muss ich scharf bremsen bzw. ein Ausweichmanöver starten, damit mir nicht ein freilaufendes Schaf vors Auto läuft. Auch Ziegen und Kühe sehen wir direkt am Straßenrand stehen.

Gegen 14:00 Uhr haben wir unser heutiges Tagesziel erreicht. Vorletzte Woche sind wir mit dem Hurtigruten Schiff in den Fjord hineingefahren, jetzt stehen wir am Aussichtspunkt und schauen von oben herab in den Geirangerfjord hinein. Schwer zu sagen, welchen Perspektive schöner ist. Diese ist auf jeden Fall auch nicht schlecht, zumal gerade ein großes Kreuzfahrtschiff aus dem Fjord herausfährt.

Danach gilt unsere Konzentration der Suche nach einer passenden Übernachtungsmöglichkeit. Eine Hütte soll es heute sein, möglichst mit Blick auf den Fjord natürlich. Kurz hinter dem Aussichtspunkt am Adlerweg (auch wieder eine Straße, die in zahlreichen Haarnadelkurven in den Fjord hinabführt) sehen wir zwei schöne Hütten, die noch hoch über dem Fjord liegen und eine fantastische Aussicht bieten. Wir können uns aber noch nicht so richtig entscheiden und fahren erst mal weiter Richtung Geiranger. Kurz vor dem Ort gibt es 2 Campingplätze, die Hütten anbieten. Der erste ist ausgebucht, der zweite hat noch eine freie Hütte. Die ist zwar etwas klein und bietet auch nicht die Aussicht, die wir von oben gehabt hätten, aber egal.

Nachdem wir die Hütte gebucht haben fahren wir noch in den Ort Geiranger. In einem Café mit wunderbarer Aussicht, direkt am Ende des Fjords, trinken wir einen Kaffee und kaufen dann noch ein paar Sachen ein.

Abends grillen wir dann auf der Veranda. Es hat zwar angefangen zu regnen, aber die Veranda ist überdacht und es ist noch relativ warm.

Wir sitzen dann noch fast bis 22:00 Uhr draußen. Es regnet mittlerweile heftig und die Wolken hängen so tief, das wir uns fragen, ob wir nicht oben, bei den 2 Hütten kurz hinter dem Aussichtspunkt, die wir erst nehmen wollten, jetzt im totalen Nebel sitzen würden.

20.06.2007: Fahrt Lofoten - Grane

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 21. June 2007 um 20:08

Mit der 09:00 Uhr Fähre von Svolvaer nach Skutvik verlassen wir die Lofoten. Auf dem Meer scheint die Sonne, beim Blick zurück sehen wir das, was wir 3 Tage lang gesehen haben: Die Lofoten unter einer tiefhängenden Wolkendecke. Das macht den Abschied nicht ganz so schwer. Nach 1 3/4 Stunden kommen wir in Skutvik an und unser Fahrtag durch Nordnorwegen beginnt.

Die Fahrt wird nie langweilig. Seen, Fjorde, Flüsse, Wasserfälle, schneebedeckte Berge, immer wieder gibt es was zu sehen. Auch das Wetter ist sehr abwechslungsreich, mal Sonne, mal Regen, nach und nach setzt sich aber immer mehr die Sonne durch. An einem schönen See machen wir unsere erste Rast, setzen uns auf einen Felsen und lassen uns das 2. Frühstück schmecken. Später erreichen wir das Saltfjell, eine karge, z. T. noch schneebedeckte Hochebene, genau so, wie man sich Nordnorwegen vorstellt. Dort überqueren wir dann auch wieder den Polarkreis. Und damit das auch jeder Reisende mitbekommt, hat man an der Stelle ein riesiges Polarkreiscenter errichtet. Ist ganz nett gemacht, der Kuchen in der Cafeteria schmeckt köstlich, und in der Umgebung kann man sich nach so langer Fahrt schön mal die Beine vertreten. Hier wurden überall kleine Steinhäufchen aufgeschichtet. Ob das eine tiefere Bedeutung hat oder ob das mal jemand angefangen hat und andere Besucher haben ihm nachgeeifert, wir haben es noch nicht in Erfahrung bringen können.
 

Unser heutiges Tagesziel ist Mosjoen, dort gibt es ein historisches Hotel mit Namen Fru Haugans, wo wir übernachten wollen. Leider ist das schon ausgebucht. Also müssen wir noch etwas weiter fahren. Nach ca. 20 km kommen wir im kleinen Örtchen Grane an einem Campingplatz vorbei, der auch einige Hütten zu vermieten hat. Die sehen ganz nett aus und eine mit Dusche/WC ist auch noch frei, die nehmen wir natürlich. Die Lage der Hütte ist genial. Von der Veranda aus schaut man auf den Fluss und die schneebedeckten Berge dahinter. So haben wir uns Hüttenübernachtung in Norwegen vorgestellt.

Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Tomatensauce (was anderes hatten wir heute nicht eingekauft, da ja eigentlich Hotelübernachtung angesagt war) und unsere vorletzte Flasche Rotwein dazu. Anschließend sitzen wir noch bis 21:30 Uhr draußen in der Sonne. 

19.06.2007: Lofoten 3. Tag

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 21. June 2007 um 20:05

Nach dem morgendlichen Blick aus dem Fenster entscheiden wir uns heute zunächst für einen Museumsbesuch und fahren zum Wikingermuseum nach Borg. Dort gibt es eine, einem umgedrehten Wikingerschiff nachempfundene Ausstellungshalle sowie verschiedenen Hütten und Holzhäuser sowie ein nachgebautes Wikingerschiff. Eigentlich war der Museumsbesuch unser Schlechtwetterprogramm, wir wussten allerdings nicht, dass die einzeln Teile des Museums z. T. weit auseinanderliegen. So werden wir doch noch ziemlich nassgeregnet heute morgen.

Als nächstes fahren wir nach Eggum, dort gibt es eine Skulptur am Strand sowie ein nettes Fischerdorf. Beides gefällt uns auch ganz gut, und hier scheint zumindest zeitweise auch mal wieder die Sonne.
  

Dann machen wir uns langsam wieder auf den Rückweg nach Svolvaer. Ab und zu lässt sich heute auch mal wieder die Sonne blicken, wenn auch nur kurz, aber immerhin. Man wird ja in dieser Hinsicht bescheiden, hier auf den Lofoten. So nutzen wir ein paar Sonnenstrahlen zu einem kleinen Strandspaziergang an einem wunderschönen Strand mit feinem Sand und türkisblauem Wasser. Fast wie in der Karibik, nur die Temperaturen passen nicht so ganz.

Gegen 18:00 Uhr kommen wir zur Hütte zurück und gehen anschließend in dem Restaurant unseres Vermieters essen. Wir haben Glück, dass wir noch einen Tisch bekommen, abe20:00 Uhr ist schon alles belegt. Das Essen ist gut und teuer (Gerichte ab ca. 30,- EUR, in Norwegen nichts besonderes), die Portionen allerdings übersichtlich. Wir sind froh, das wir “zu Hause” noch eine Tüte Chips haben.

18.06.2007: Lofoten 2. Tag

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 21. June 2007 um 20:01

Als wir um 08:00 Uhr aufstehen, sieht das Wetter noch ganz passabel aus, nach dem Frühstück hat es sich schon wieder komplett zugezogen und als wir losfahren, fängt es auch an zu regnen.

Unser erstes Ziel für heute ist Nusfjord, laut Reiseführer eines der schönsten Fischerdörfer auf den Lofoten. Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt kommen wir dort an und wundern uns erst mal, dass wir Eintritt zahlen müssen. Das haben wir auch noch nie erlebt, dass man für die Besichtigung eines Dorfes Eintritt zahlen muss. Da es ein paar alte historische Gebäude zu besichtigen gibt, sehen wir das ganze mal als Museumsdorf an, und da ist Eintrittsgeld ja durchaus berechtigt, vor allem in einem so armen Land wie Norwegen. Der Ort ist auch ganz nett, die Lage am Fjord vor den Felswänden sehr schön, aber bei dem Wetter …..
 

Weiter geht es nach Reine. Wieder ein kleines Fischerdorf, wieder wird es in den Reiseführern in den höchsten Tönen gelobt (gelungene Symbiose aus schöner Architektur vor einmaliger landschaftlicher Kulisse), aber bei dem Wetter ….

Immerhin finden wir hier ein nettes Restaurant mit dem schönen Namen Gammlebua, wo man gut und für norwegische Verhältnisse sogar recht preisgünstig essen kann. Das Ambiente ist auch sehr schön, altes Holzhaus, Kaminfeuer, nette Bedienung, so halten wir uns auch ca. 2 Stunden dort auf. Das beste was man machen kann, bei dem Wetter ….

Kurz hinter Reine liegt ein weiteres nettes Fischerdorf mit dem kürzesten Namen der Welt, Å. Auch hier gibt es verschiedene alte Gebäude, die zu einem Museum gehören und zu besichtigen ist. Das Museum schließt allerdings um 15:00 Uhr! So müssen wir auf diese Besichtigung halt verzichten. Auch Å ist ein netter Küstenort vor malerischer Kulisse, aber bei dem Wetter ….
(zum Trocknen aufgehängter Stockfisch in Å )

Von Å geht es wieder zurück nach Hause, nach Svolvaer. Das sind 125 km und damit über 2 Stunden Fahrt. Die Strecke an sich ist sehr schön, Berge, Küste, Fjorde, nette kleine Orte, aber bei dem Wetter ….

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