04.11.2005: Rückgabe Wohnmobil - Rückflug

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 5. November 2005 um 11:21

Bevor wir heute morgen vom Campground losfahren, benötigen wir noch Propangas, da der Propantank bei Rückgabe voll sein muss. Also gehe ich ins Campground Office und sage Bescheid, das wir noch Propane benötigen. Wir haben Glück, auch das erledigt unsere Lieblings-”which country is germany”-Mitarbeiterin, diesmal unterstütz von einer Kollegin. Nebenbei erzählt sie mir, das sie auch mal Germany besuchen möchte und ob man dafür einen Pass braucht.

Als das erledigt ist starten wir und nach einer 3/4 Stunde sind wir an der Vermietstation von Cruise America. Sofort ist es wieder da, das Gefühl das neben der Vermietung von Rasenmähern und Vertikutierern die Vermietung von Wohnmobilen hier völlig fehl am Platz ist. Egal, die Rückgabe ist problemlos und schnell und um 11:00 bringt uns ein Taxi zum Flughafen. Wir sagen dem Fahrer das wir mit United Airlines fliegen und er bringt uns zum entsprechenden Terminal. Dort gehen wir zum United Schalter und man schickt uns gleich wieder weg. Unser Flug wird von Lufthansa durchgeführt und die sind in einem anderen Terminal. Dorhin bringt uns der Airport-Train. Da wir noch sehr früh sind, hat der Lufthansa Check-In Schalter noch gar nicht geöffnet. Nach ca. 1/2 Stunde Wartezeit können wir aber einchecken.

In einem Flughafenrestaurant essen wir dann etwas zu mittag und trinken ein Bier dazu (o.k., bei mir waren es zwei). Hinterher wundern wir uns etwas über die Rechnung von 39,- $. Das Essen war zwar recht günstig, aber ein Bier kostet hier 7,50 $.

Dann folgt das übliche Warten auf den Abflug, aber irgendwann ist es dann soweit und auch die Warterei hat ein Ende. Das Beste am Flug ist, dass er mit ca. 9 Std. eine Stunde kürzer ist als der Hinflug. Der Sitzabstand in dieser Maschine (Airbus A340 der Lufthansa) ist mit das schlechteste, was wir auf unseren bisherigen Flügen hatten.
In Frankfurt nüssen wir dann noch mal ca. 3 Stunden warten, bis unser Anschlussflug nach Münster-Osnabrück abgeht. Um 12:45 kommen wir dort an und unsere Reise ist damit beendet.

Gefahrene Meilen: 22 (35 km)
Insgesamt gefahren: 3.424 (5.510 km)
Getankt: 357 Gallonen / 1.350 Liter
Wetter beim Abflug in Houston: bedeckt, feucht warme 29 Grad

03.11.2005: Burleson - Spring

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 4. November 2005 um 05:27

Bereits um 8:30 Uhr geht es heute morgen los. Von unserem Startort Burleson, südl. von Forth Worth, bis zu unserem Zielort Spring, nördlich von Houston, sind es ca. 380 km. Zunächst halten wir aber an dem ersten Car Wash, den wir unterwegs sehen. Wir müssen das Wohnmobil sauber wieder zurückgeben, d. h. der Dreck von 3 Wochen, insbesondere der Lehm der Baustellenfahrten im Big Bend National Park, muss runter. Nach ca. 1/2 Stunde Intensiv- behandlung mit dem Hochdruckreiniger ist das Gröbste geschafft, ich denke so können wir das WoMo wieder zurück geben.

Der nächste Halt ist gegen Mittag an einem Wal Mart in Huntsville. Ein letzter Einkauf, ein paar Kleinigkeiten für heute und morgen. Vorher haben wir vom Highway noch einen großen Gefängniskomplex gesehen. Da fällt mir wieder ein, warum mir der Name Huntsville so bekannt vorkommt. Der Ort war auch bei uns schon öfters in den Medien, weil hier im Gefängnis auch Hinrichtungen statt finden.

Kurz vor unserem Zielort Spring fahren wir dann noch an einem Ort The Woodlands vorbei. Anscheinend fängt hier schon der Großraum Houston an, der Verkehr wird immer mehr und der Highway ist mittlerweile fünfspurig je Richtung. The Woodlands scheint so ein Art Retortenort zu sein, zumindest wirkt es so auf uns. Wir fahren an einer Shopping Malll nach der anderen vorbei und sehen riesige Parkplätze. Dann gibt es hier noch einen künstlichen Fluß, den man mit Wassertaxis befahren kann (das erfahren wir aber erst später auf dem Campground).

Kurz nach The Woodlands erreichen wir dann auch unseren Zielort für heute, Spring. Hier haben wir im Campgroundverzeichnis einen schönen Platz für die letzte Übernachtung gefunden. Außerdem ist es von hier nicht mehr weit zur Vermietstation, an der wir morgen das Wohnmobil wieder abgeben müssen. Wir finden den Campground auch auf Anhieb und haben für unsere letzte Nacht eine gute Wahl getroffen. Der Platz hat erst im März eröffnet, alles ist noch so gut wie neu und top gepflegt, und die sanitären Anlagen sind die Besten, die wir jemals auf Campingplätzen angetroffen haben. Pool und Whirlpool sind selbstverständlich auch vorhanden.

Das Einchecken dauert etwas, da die junge Dame Probleme hat, unsere deutsche Adresse in ihren Computer einzugeben. “Which Country is Germany”? Da bin ich aber erst mal sprachlos. Zum Glück ist die Kollegin etwas pfiffiger. “Germany is the Country”! Dann muss sie noch unsere Tel.-Nr. in ein
amerikanisches Format umwandeltn etc. Irgendwann ist auch das geschafft und eigentlich haben wir alle Spaß dabei! Dann wird uns nicht wie sonst auf einer Karte gezeigt, wo unser Platz ist, nein wir werden persönlich von unserer Lieblings-”which country ist germany”-Mitarbeiterin eingewiesen. D. h. sie fährt
mit ihrem Elektro-Karren vor und wir folgen ihr bis zu unserem Platz. Wir haben sie mittlerweile richtig ins Herz geschlossen und wissen diesen Service zu schätzen.

Das Wetter ist klasse und richtig warm, also geht es als erstes in den Pool. Der hat richtig angenehme Temperaturen und da wir ganz alleine sind,. ziehen wir in aller Ruhe unsere Bahnen. Dann lassen wir uns auf der Liege in der Sonne trocknen, herrlich. Als Ulrike anfängt zu schnarchen wecke ich sie, ich denke wir haben jetzt lange genug in der Sonne gelegen.

Wir fahren dann noch mal los in die Old Town von Spring. Im Campground Office lag eine Broschüre über die Altstadt und das sah ganz nett aus. Old Town Spring ist denn auch pretty nice. Scheint nur aus kleinen netten Holzhäuschen zu bestehen. Das  ein oder andere ist vielleicht etwas kitschig geraten, vor allem das, was es in den kleinen Läden zu kaufen gibt . Dennoch ist auch das wieder ein netter kleiner, total uriger Ort, wie wir ihn auf unserer Rundreise schon häufig gesehen haben. Wir sind froh, diesen kleinen Abstecher noch gemacht zu haben und fahren zurück zum Campground. Old Town Spring, Texas
Old Town Spring, Texas
Old Town Spring, Texas
 

Es ist mittlerweile dunkel (18:00 Uhr) und wir gehen noch mal in den Whirlpool und geniessen das heiße Wasser. Die Temperaturen sind immer noch sehr angenehm und so gibt’s das Abendessen draußen. Danach ist noch ein bißchen Hausarbeit angesagt (natürlich nicht für mich, ich muss ja den Bericht schreiben), schließlich muss das WoMo morgen auch von innen sauber abgegeben werden.

Gefahrene Meilen: 223 (359 km)
Insgesamt: 3.402 (5.475)
Wetter: Sonne,  27 Grad
Campground: Rayford Crossing RV Resort, Spring

02.11.2005: Fort Worth Stockyards

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 3. November 2005 um 05:52

Frühstück gibt’s heute morgen erst, wenn wir unser heutiges Etappenziel erreicht haben. Das liegt nur 5 km vom Campingplatzentfernt und heißt Fort Worth Stockyards. Hier warten in den Viehhöfen die Longhorns auf ihre Versteigerung. Jedenfalls war es früher so, heute nur noch einmal die Woche montags. Schade, dass heute Mittwoch ist, so eine Viehauktion wäre sicher auch mal interessant anzuschauen. Heutzutage sind die Stockyards der touristischer Anziehungspunkt von Fort Worth, und das zu recht.Stockyards Fort Worth

Die alten Hallen und Gebäude wurden restauriert und umgebaut und beherbergen heute Restaurants, Geschäfte (vor allem für Westernkleidung), Museen etc. Das ganze hat man sehr gut hinbekommen. Man sieht den Gebäuden ihren ursprünglichen Charakter noch an, hier wurde nichts übertrieben herausgeputzt. Stockyards Fort Worth

Wie es sich an meinen Beschreibungen unschwer erkennen lässt, gefällt es uns auf Anhieb sehr gut hier. Nur sind wir etwas zu früh. Es ist noch vor 9:00 Uhr und alle Geschäfte und Restaurants noch geschlossen. Dabei wollten wir doch als erstes frühstücken, finden aber nichts passendes. Als es dann 9:00 Uhr ist öffnet die Visitor Information. Also gehen wir dort rein und fragen noch einem Restaurant oder Cafe, wo man frühstücken kann. Der nette, ca. 80.-jährige (sicherlich ehrenamtliche) Mitarbeiter der Visitor Information gibt uns eine Karte der Stockyards und zeichnet uns 2 Stellen ein, wo es Frühstück gibt. Dann holt er aus und hält und einen langen Vortrag darüber, was es sonst noch zu sehen gibt. Dabei spricht er so schnell und nuschelt so (wie übrigens alle Texaner), das wir kaum ein Wort verstehen. Natürlich lassen wir uns das nicht anmerken, sondern nicken immer brav zu seinen Ausführungen, während uns der Magen knurrt. Irgendwann kommt er dann aber doch zum Ende und wir zu unserem Frühstück in einem kleinen Cafe.Stockyards Fort Worth

Frisch gestärkt und mit Karte bewaffnet erkunden wir dann die Stockyards, schlendern durch die Geschäfte und auch durch ein kleines Museum, schauen uns die alten Holzgatter der Viehhöfe an und Ulrike sieht endlich ihre Texas Longhorns!Stockyards Fort Worth

Eine kleine Herde dieser Longhorns steht nämlich ständig hier. Diese wird 2 mal am Tag, um 11:30 und um 16:00 Uhr, durch die Straßen der Stockyards getrieben, zur Unterhaltung der Touristen. Dies ist irgenwie eine etwas alberne Veranstaltung (die wir uns natürlich nicht entgehen lassen), aber auch typisch amerikanisch. Geschichte wird nicht nur in Museen präsentiert, sondern auch gelebt! Die Rinder mit den riesigen Hörner sind für uns Europäer übrigens wirklich sehr beeindruckend.Stockyards Fort Worth

Nach dem Viehtrieb müssen wir uns noch unbedingt Billy Bobs Texas anschauen. Das ist so eine Art Riesen-Saloon in den Stockyards, 5000 Leute sollen hier reinpassen. Gegen Mittag sind wir aber scheinbar die einzigen Besucher hier und kommen uns etwas verloren vor. Zudem ist hier alles etwas zu bunt, überall Neonreklamen und Spielautomaten. Abends ist hier bestimmt Stimmung in der Bude, aber wir sind eindeutig zur falschen Zeit am falschen Ort. Wir wundern uns nur, das die überhaupt um 11:00 schon aufmachen, die Mitarbeiten müssen sich doch zu Tode langweilen. Wir verlassen diesen Riesensaloon lieber wieder und setzen uns in einen Biergarten. Dort trinken wir dann eine kühles alkoholfreies (wir müssen ja noch fahren) und schauen uns im Campingführer schon mal einen Platz für die Nacht aus. Wir wollen heute nicht mehr weit fahren sondern den Nachmittag relaxen und die Sonne genießen.
Billy Bobs Texas Forth Worth

So machen wir es dann auch. Wir fahren nur kurz aus dem Großraum Fort Worth raus und suchen und einen Campingplatz mit Pool und Whirlpool. Die sind zwar beide etwas zu kalt, das mit dem relaxen und Sonne genießen klappt aber trotzdem. Dallas haben wir heute sozusagen “links liegen gelassen”. Die Besichtigung beider Nachbarstädte wäre zu stressig gewesen, und da haben wir uns nach Studium der Reiseführer für Fort Worth entschieden.

Und nun noch die Geschichte mit meinem Computerproblem. Seit ein paar Tagen funktioniert mein WLAN nicht mehr. Unser Campground heute hat auch wieder drahtlosen Internetzugang, also denke ich, probier es einfach noch mal aus. Und es klappt natürlich nicht. Während Ulrike einen Cappucino für uns macht, schaue ich noch mal alle möglichen Netzwerkeinstellungen an, ändere diese und jene Einstellung etc. Jeder der schon mal vor einem PC saß der Probleme machte kennt das ja. Ich komme zu dem Entschluss, das es nicht an irgendwelchen Einstellungen liegen kann sondern das es ein Hardware-Problem sein muss. Ich schaue mir mein Notebook also mal von außen an, vielleicht lässt sich da ja irgendein Defekt erkennen. Nun, einen Defekt kann ich nicht finden, ich finde aber ein Funk-Symbol, und unter diesem Symbol finde ich einen Ein- und Ausschalter, der auf Aus steht .

Gefahrene Meilen: 40 (64 km)
Wetter: Sonne, 25 Grad, soll noch wärmer werden lt. Wettervorhersage
Campground: RV Ranch Burleson (südlich von Fort Worth)

01.11.2005: Caprock Canyons State Park - Fort Worth

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 3. November 2005 um 00:04

Heute haben wir eine längere Fahrstrecke mit Ziel Fort Worth vor uns. Zunächst geht es ca. 45 Meilen auf der State Road 86 nach Osten, und dann brauchen wir nur noch dem Highway 287 bis nach Fort Worth folgen.

In Wichita Falls legen wir einen Stop ein und gehen zu Denny’s Mittagessen. Diese Family-Restaurant Kette haben wir noch aus früheren Reisen in guter Erinnerung und auch hier schmeckt es uns sehr gut. Ulrike nimmt im Restaurant eine Hotel-Couponbook mit und schaut mal nach, was da so an Hotels in Fort Worth im Angebot ist. Da wäre z.B. ein Clarion Hotel am Sundance Square für 39,- $. Das wäre ja von der Lage ideal und vom Preis her sowieso, wir beschließen also heute mal im Hotel zu übernachten.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Fort Worth, die Cowtown mit immerhin 500.000 Einwohnern im Schatten des großen Dallas, und fahren als erstes zum Clarion Hotel. Als wir dort ankommen wird uns schnell klar, dass das mit der Hotelübernachtung wohl etwas naiv war. Wir sind hier mitten in Downtown Fort Worth, und da hat keines der Hotels einen Parkplatz sondern ein Parkhaus. Da kommen wir mit unserem WoMo natürlich nicht rein. Also suchen wir uns einen öffentlichen Parkplatz und erkunden dann den Sundance Square, das ist so etwas wie die Old Town von Fort Worth, zu Fuss. Ist ganz nett hier mit einigen hübschen alten Gebäuden, so richtig springt der Funke bei mir aber nicht über. Hat vielleicht auch mit den Enttäuschungen des heutigen Tages zu tun. 1. Geplante Hotelübernachtung klappt nicht. 2. Bekomme keine Internetverbindung mehr.

Seit gestern morgen versuchen wir dauernd, irgendwo ein WLAN-Verbindung zu bekommen. Im Big Texan gab es eine, die funktionierte bei mir nicht. Heute haben wir Starbucks Coffee und den Buchhändler Barnes & Nobles probiert, aber auch deren kostenloser Wireless Internet Access funktionierte bei mir nicht. Damit ist klar das es an meinem Notebook liegt. Wir gehen dann noch kurz in die Bibliothek von Fort Worth (liegt zufällig gegenüber unserem Parkplatz) und schreiben wenigstens eine Notiz ins Reisetagebuch, dass wir momentan nicht senden können. Gebäude am Sundance Square, Fort Worth

Unser nächster Besichtigungspunkt ist Water Gardens, wird in einem Reiseführer empfohlen. Ist aber enttäuschend, da die meisten Wasserspiele und Springbrunnen saisonbedingt oder wg. Renovierungsarbeiten abgestellt sind.

Mittlerweile ist es wieder Abend und Zeit, einen Campingplatz zu suchen. Wir fahren den nächstgelegenen an und buchen eine Platz für die Nacht. Ist zwar nicht schön, aber relativ zentral gelegen und wir müssen nicht mehr groß rumfahren. Morgen wollen wir uns noch die Stockyards von Fort Worth anschauen (da wo die Rindviecher versteigert werden) und das sind von hier nur ca. 2 1/2 Meilen.

Gefahrene Meilen: 300 (483 km)
Wetter: Sonne, etwas über 20 Grad
Campground: Fort Worth Midtown RV Park

31.10.2005: Palo Duro Canyon - Amarillo - Caprock Canyons State Park

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 3. November 2005 um 00:03

Nach dem perfekten Tag gestern fängt der heutige höchst unperfekt an. Mitten in der Nacht wachen wir auf, weil unser Wohnmobil ein wenig hin und her schaukelt. Ein stürmischer Wind pfeift durch den Palo Duro Canyon und trifft uns voll von der Seite. Der erste Gedanke, den wir beide haben, gilt unserem Lagerfeuer von gestern abend. Bei diesem Wind wird das natürlich schnell wieder entfacht. Ich mache die Tür auf, werfe einen Blick nach draußen und sehe ein paar Funken fliegen. Also fülle ich schnell 2 Eimer Wasser und gieße sie auf das Feuer, hier entzündet sich jetzt wirklich nicht mehr. Wir legen uns wieder hin, haben aber weiterhin eine windige und damit unruhige Nacht.

Als wir morgens aufstehen ist der Himmel wieder blau, es weht aber weiterhin ein stürmischer und kalter Wind. Ohne Frühstück machen wir uns auf den kurzen Weg nach Amarillo. Das hat seinen guten Grund, wir wollen nämlich im Big Texan frühstücken. Das ist eine Attraktion an der alten Route 66 in Amarillo, die in keinem Reiseführer und in keinem Fernsehbericht von der Route 66 fehlt. Das besondere an diesem Restaurant: Man bekommt ein 72 oz. (2 KG) Steak einschließlich Beilagen gratis, wenn man es schafft, das Ganze innerhalb einer Stunde restlos aufzuessen. Das haben wir heute morgen natürlich nicht vor, wir begnügen uns mit dem reichhaltigen Frühstücksbuffet. Big Texan, Route 66, Amarillo

Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt von Amarillo. Dort soll es einen sehenswerten Abschnitt der guten alten Route 66 geben. Nach etwas Suchen finden wir den auch, haut uns aber nicht vom Hocker. Wir fahren einmal durch, aussteigen lohnt sich aber nicht.

Wir machen uns dann auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Caprock Canyons State Park. Dort kommen wir gegen 14:00 Uhr an und fahren erst mal zum sog. Park Headquarter, um einen Campground zu buchen. Ich erledige den formellen Teil (”Your First Name?” Ich buchstabiere: “AR IH EI EN EYTSCH OH EL DIE”. “Your Lastname?” Ich buchstabiere: “EYTCH EI EN EN EY EYTSCH”. Das kann ich mittlerweile im Schlaf. “Your Address?” Ich habe keine Lust mehr zu buchstabieren. Ich gebe ihr meinen Personalausweis und zeige ihr, wo City und Street steht, so läuft es eigentlich fast immer ab, aber irgendwie bin ich jetzt vom Thema abgekommen). Also während ich den formellen Teil erledige, schmökert Ulrike schon mal in einem Buch über den State Park. Dabei findet sie ein tolles Foto von einem Slot-Canyon. Sie fragt die Mitarbeiterin: “Where ist this Canyon”? Antwort: “Oh, this is on private Land”. Also der Canyon liegt schon mal nicht im State Park. Dann hole ich mein Foto von einem Wasserfall hervor. Das hatte ich mir bei der Reisevorbereitung von einer Internetseite ausgedruckt. “And where ist this”? Antwort: “Oh, I’ve never seen that before, this must be on private Land too”. Das war ja schon mal ein guter Start für diesen Park.

Als die Formalitäten erledigt sind erkunden wir den Park. Der ist nicht sehr groß aber sehr schön. Rote-Felsen-Landschaft wir aus dem Bilderbuch. Wir fahren alle Parkstraßen ab, machen eine Wanderung und jede Menge Fotos. Und bei alledem treffen wir keine Menschenseele und sehen auch kein Auto. Einen State Park ganz für uns alleine haben wir in bisher 15 Nordamerika-Reisen auch noch nicht gehabt! Was für ein Unterschied zum Palo Duro Canyon gestern! Caprock Canyons State Park Caprock Canyons State Park Caprock Canyons State Park

Am späten Nachmittag fahren wir dann noch mal in den nächstgelegenen Ort Quitaque. Das ist fast schon eine Ghosttown, an der Hauptstraße stehen die meisten Läden leer. Wir kaufen dann an der Tankstelle noch ein paar Kleinigkeiten ein und fahren zurück in den Park. An dem kleinen See, der zum Park gehört, machen wir dann eine Kaffeepause. Anschließend fahren wir zum Campground und suchen uns einen Platz für die Nacht aus. Das fällt nicht besonders schwer, da bis auf einen noch alle Plätze frei sind. Immerhin ist außer uns doch noch jemand im Park.

Zum Sonnenuntergang machen wir dann noch eine Wanderung vom Campground aus zum Rand eines Seitencanyons. Für ein Lagerfeuer ist es heute abend zu kalt und windig, also wird der Rest des Abends im WoMo verbracht.

Gefahrene Meilen: 168 (270 km)
Wetter: blauer Himmel, nur vereinzelt Wolken, aber kalter Wind, ca. 15 Grad.
Campground: Honea Flat Camping Area im Caprock Canyons State Park.

30.10.2005: Palo Duro Canyon State Park (Ulle’s Lieblingspark)

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 3. November 2005 um 00:01

Wir wachen morgens bei strahlendem Sonnenschein auf, das hebt die Stimmung natürlich gleich. Für heute morgen haben wir uns den Lighthouse Trail vorgenommen, einer der beliebtesten Trails im Palo Duro Canyon.

Um 8:45, so früh wie noch nie in diesem Urlaub, starten wir unsere Wanderung. Wir scheinen auch die einzigen zu sein, die zu dieser Zeit hier unterwegs sind. Die Wanderung führt zu einem Felsen, der die Form eines Leuchtturmes hat, daher der Name. Hin- und zurück sind es 6 Meilen (ca. 10 km) und am Beginn des Trails steht ein Schild, das es sehr heiß werden kann und man pro Person eine Gallone Wasser (3,74 l) mitnehmen soll. Das ist wohl etwas übertrieben, wir nehmen pro Person 3 Flaschen a 1/2 Liter mit, ist ja auch kein Hochsommer mehr. Bis auf den letzten Teil ist es eine sehr gemütliche Wanderung mit wenig Steigungen. Ab und zu muss man aufpassen, da es stellenweise matschig ist und dann geht man wie auf Schmierseife. Das faszinierende an der Wanderung und dem Palo Duro Canyon überhaupt sind die Farben der Felsen. Neben dem beherrschenden Rot gibt es Felsen in den verschiedensten Gelb-, Braun- und sogar Grüntönen. Zusammen mit dem Grün der Bäume und Sträucher ergibt das ein sehr farbenfrohes Bild. Lighthouse Trail im Palo Duro Canyon

Am Ende der Wanderung wird es dann  aber doch noch anstrengend. Dann muss der Hügel erklommen werden, auf dem der Lighthouse Rock steht, und das sind geschätzte 150 - 200 Höhenmeter, die auf recht kurzer Distanz überwunden werden müssen. Oben angekommen wird man aber mit sehr schönen Ausblicken belohnt. Lighthouse Rock im Palo Duro Canyon Palo Duro Canyon

Auf dem Rückweg kommen uns dann einige Wanderer und auch Mountainbiker entgegen, war also ganz gut , dass wir schon so früh gestartet sind. Für Mountainbiker gibt es noch extra Wege im Park, genauso wie für Jogger und Reiter. Ist also das reinste Outdoorparadies hier. Nach etwas über 3 Stunden sind wir am Parkplatz zurück und fahren dann noch die Straße, die durch den Park führt, bis zum Ende ab. An 2 Stellen sehen wir dabei wilde Truthähne, vor unserem Urlaub hatten wir keine Ahnung, dass es so was überhaupt gibt. Wilde Truthöhne im Palo Duro Canyon Wilde Truthöhne im Palo Duro Canyon

Da es mittlerweile Mittag ist und wir von der Wanderung auch hungrig sind, fahren wir zur Trading Post neben unserem Campground, um uns mit einem Snack zu stärken. Danach fahren wir auf unseren Platz, packen die Campingstühle aus und geniessen die Sonne.

Nach Relaxen und Sonne tanken wollen wir uns noch mal etwas die Beine vertreten. In der Parkbroschüre haben wir was von einer Wanderung gelesen, die an einer Prärie Dog Town vorbeiführt. Und da Präriehunde meine Lieblingstiere sind, gibt es für mich natürlich kein Halten mehr. Die Wanderung ist dann auch ganz nett, von Präriehunden aber keine Spur. Unsere Tierbegegnung haben wir dann aber doch noch. Auf Ulrikes T-Shirt hat es sich ein Rieseninsekt gemütlich gemacht. Ulrike hält tatsächlich so lange still, bis ich ein Foto gemacht habe. Sehr erstauntlich, schreit sie doch sonst bei der kleinsten Spinne laut auf, und hier, bei der Nordtexanischen Killerschnake, bleibt sie ganz cool.

Bei der Rückkehr zum Parkplatz sehen wir noch einen Wanderweg, der eine Anhöhe hinauf führt. Den nehmen wir auch noch mit und von da oben hat man auch nette Ausblicke. Palo Duro Canyon

Da es jetzt später Nachmittag ist, machen wir noch eine Rundfahrt durch den Park, um ein paar Fotos mit dem Licht der untergehenden Sonne zu machen. Danach geht’s zurück zum Campground, wir haben jetzt erst mal eine Dusche nötig. Palo Duro Canyon

Abends wird dann gegrillt und wir sitzen noch eine ganze Zeit am Lagerfeuer, bevor ein perfekter Urlaubstag zu Ende geht!

Gefahrene Meilen: 29 (47 km)
Wetter: Bilderbuchwetter, blauer Himmel, keine Wolken, ca. 25-30 Grad.
Campground: Sagebrush Camp Area im Palo Duro Canyon State Park.

29.10.2005: Santa Fe - Amarillo - Palo Duro Canyon

Filed under: Texas/New Mexico 2005 — admin am 2. November 2005 um 23:53

Heute nacht hat es geregnet, das Trommeln der Regentropfen auf das Dach des Wohnmobils war ziemlich laut. Als wir aufstehen ist es noch stark bewölkt, auf den Spitzen der umliegenden Berge können wir sogar etwas Schnee ausmachen.

Heute geht es zurück nach Texas, genauer gesagt nach Amarillo. Dazu  fahren wir zunächst auf die Interstate 25 nach Osten, und je weiter wir nach Osten kommen, desto besser wird das Wetter. In Las Vegas sehen wir an der Autobahn ein Schild Historic Old Town. Also nehmen wir die Ausfahrt Las Vegas und fahren in den Ort. Nein, nicht in das Glückspielparadies in Nevada sondern nur in eine Kleinstadt in New Mexico mit gleichem Namen. Die Altstadt ist dann auch ganz nett, ich würde sie mal authentisch nennen. Nicht so herausgeputzt wie in den Touristenhochburgen, man kann sehen, wie der Zahn der Zeit an den alten Gebäuden nagt. Old Town Las Vegas/NM Polizeiauto in Las Vegas/NM Auch die Polizeiwagen in Las Vegas sind historic.

Für die nächste Etappe von Las Vegas nach Tucumcari verlassen wir die Interstate und nehmen die State Road 104. Die ist in der Karte als Scenic Road gekennzeichnet, eine sehenswerte Nebenstrecke also. Die erste halbe Stunde ist aber nichts als Weideland zu sehen. Links und rechts nur Prärie, soweit das Auge reicht. Später kommt dann aber Abwechselung in Form von Bergketten, kleinen Bäumen und roten Felsen. State Road 104, New Mexico

Nach ca. 1 1/2 Std. insgesamt schöner Fahrt erreichen wir Tucumcari. Dort geht es dann für die restlichen ca. 120 Meilen nach Amarillo auf die Interstate 40. Beim Grenzübertritt nach Texas verlieren wir eine Stunde, da wir die Uhr vorstellen müssen. Macht aber nichts, heute nacht bekommen wir die Stunde zurück. Dann endet in Texas die Sommerzeit und die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt.

Kurz vor Amarillo liegt schon die  vielleicht berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt, ein touristisches Muss sozusagen. Die Cadillac Ranch an der alten Route 66. Der Besitzer dieser Ranch, ein anscheinend etwas exzentrischer Mensch, hat 10 Cadillacs in den Boden rammen lassen. Seit über 30 Jahren ragen diese alten Cadillacs, mittlerweile bunt angemalt, aus dem Acker. Natürlich können auch wir uns das nicht entgehen lassen und machen ein paar Fotos von diesem skurillen Monument. Cadillac Ranch, Route 66, Amarillo
 

Es ist dann 16:00 Uhr als wir Amarillo erreichen. In die Innenstadt fahren, Parkplatz suchen, Stadt besichtigen und dann wieder rausfahren und irendwo einen Campingplatz suchen, das wird stressig werden. Also macht Ulrike den sinnvollen Vorschlag, statt dessen zuerst zum Palo Duro Canyon zu fahren und Amarillo auf den nächsten Tag zu verschieben, wenn wir gleich morgens in die Stadt fahren können. So machen wir es auch, wir verschieben Amarillo sogar auf den übernächsten Tag, damit wir für den Palo Duro Canyon auch genug Zeit haben.

Der Palo Duro Canyon State Park liegt ca. 20 Meilen südlich von Amarillo und nach ca. 1/2 Stunde fahrt sind wir dort. Der Canyon ist der 2.-größte der USA nach dem Grand Canyon und nur ein kleiner Teil gehört zum State Park, der Rest ist in Privatbesitz. Am Parkeingang lassen wir uns gleich einen Campingplatz für 2 Nächte reservieren, fahren dann noch ein paar Aussichtspunkte ab und gehen noch kurz in die Visitor Information. Leider hat sich das Wetter mittlerweile verschlechtert, auf dem Weg hierhin hat es so sogar etwas geregnet. Wir nehmen unseren Campingplatz in Beschlag, machen noch einen kurzen Spaziergang und treffen auf 3 Rehe, die überhaupt keine Scheu zeigen. Das liegt wohl daran, dass einer der Mitcamper sie mit Mais füttert.

(zum vergrößern anklicken)

Zum Abendessen gibt es selbstgemachte Cheeseburger, die mir die Tränen in die Augen treiben. Das liegt aber nicht an den Burgern sondern an den Zwiebeln, die Ulrike dafür schneidet. Zu Hause flüchte ich in solchen Momenten, hier im Wohnmobil gibt’s kein entrinnen.

Gefahrene Meilen: 299 (481 km)
Gesamt Meilen: 2642 ( 4252 km)
Getankt bisher: 262 Gallonen / 990 Liter (hatte mich an den Vortagen verrechnet)
Wetter: Temperaturen um die 20 Grad, mal mehr mal weniger, ansonsten oben schon ausführlich beschrieben.
Campground: Sagebrush Camp Area im Palo Duro Canyon State Park.