25.06.2007: Urnes - Nigardsbreen - Ein perfekter Urlaubstag

Filed under: Allgemein, Norwegen 2007 — admin am 28. June 2007 um 20:15

Die Wettervorhersage für heute ist auch nicht so toll. Viele Wolken, Regen, aber immerhin auch ab und zu Sonne.

Noch ein Nachtrag zum Hotel Walaker: Gestern beim Einchecken mussten wir nur unsere Namen in die Gästeliste eintragen. Kein Ausweis vorzeigen, keine Kreditkarte vorlegen. Wir hätten auch Willi und Lieschen Müller aus Timbuktu schreiben können und wären am nächsten Morgen weggefahren ohne zu bezahlen. Die haben noch Vertrauen hier in Solvorn.

Als erstes schauen wir uns heute die Stabkirche Urnes an. Die liegt genau gegenüber dem Hotel Walaker auf der anderen Seite des Lustrafjordes, und genau vor dem Hotel fährt die Fähre dorthin ab. Wir lassen unser Auto auf dem Hotelparkplatz stehen und nehmen die erste Fähre um 10:00 Uhr. In Ornes angekommen müssen wir noch ca. 15 min zu Fuß gehen, bis wir die Urnes Kirche erreichen (Es ist wirklich so, der Ort heißt Ornes, die Kirche heißt Urnes). Die ist zwar nicht besonders groß, es ist aber die älteste Stabkirche in Norwegen, über 900 Jahre alt. Natürlich müssen wir auch hier Eintritt bezahlen, aber dafür bekommen wir auch eine Führung. Die Kirche ist vor allem von innen sehr schön und ihr Eintrittsgeld durchaus wert.

Unser zweites Tagesziel ist der Nigardsbreen Gletscher im Jostedalsbreen Nationalpark. Nach kurzer Fahrt, bei der es zwischendurch mal wieder regnet, kommen wir dort an und buchen eine geführte Gletscherwanderung, die sich Blaueiswanderung nennt und um 14:30 Uhr startet. Vorher stärken wir uns noch ein wenig und ziehen uns etwas wärmer an, dann geht es um kurz 14:15 Uhr los. Das Wetter ist mittlerweile immer besser geworden, hier und dort kommt sogar die Sonne durch und wir können blauen Himmel sehen. Welch eine Freude nach dem Regentag gestern. Wir werden zunächst mit Steigeisen und Eispickel ausgestattet und bekommen ein paar Erläuterungen. Zum Glück ist unsere Wandergruppe sehr klein,  neben uns und unserem Führer aus Nepal wandert nur noch eine Frau aus Südafrika (Sandra Bullock Double) mit. Später, auf dem Gletscher, gesellt sich aus Sicherheitsgründen noch ein zweiter Führer aus Schweden dazu. Ein sehr internationale Gruppe also.

Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, mit Steigeisen unter den Schuhen auf dem Eis zu Laufen, aber nach ein paar Minuten geht es schon ganz gut. Die nächsten 2 Stunden auf dem Eis sind einfach unbeschreiblich. Wer sich zunächst wundert, warum das ganze Blaueiswanderung heißt, der weiß es spätestens, wenn er in die erste Gletscherspalte geschaut hat. Es ist ein tolles Erlebnis und für uns natürlich auch ein kleines Abenteuer, durch diese Wunderwelt aus Eis zu laufen.

An dieser Stelle danke an Bernd, dass Du uns so davon vorgeschwärmt hast!  Der Urlaub ist zwar noch nicht vorbei, aber ich denke das war schon mal das Urlaubshighlight!


 

Gegen 17:00 Uhr kommen wir von der Gletscherwanderung zurück. Wir tauschen erst mal unsere verschwitzen Klamotten, stärken uns mit den mitgebrachten Brötchen, setzen uns noch ein wenig in die Sonne und schauen noch mal auf den Nigardsbreen Gletscher.

Da wir für heute noch eine Übernachtungsmöglichkeit suchen müssen, brechen wir gegen 17:30 Uhr auf und fahren am Lustrafjord entlang nach Norden. Nach einer 3/4 Stunden sehen wir rechts einen Campingplatz mit Hüttenvermietung, der auch im Reiseführer empfohlen wird. Wir fahren zur Rezeption, die ist aber zur Zeit anscheinend nicht besetzt. Es hängt aber ein Schild im Fenster, man solle sich einfach eine freie Hütte suchen (wo der Schlüssel in der Tür steckt, ist die Hütte frei) und dann später bezahlen. Also schauen wir uns um und nehmen eine freie Hütte in Beschlag. Wenn wir bis jetzt dachten, wir hätten einen super Urlaubstag gehabt, dann wird das jetzt noch gesteigert zum perfekten Urlaubstag. Die Hütte ist sehr geräumig, gut ausgestattet, liegt direkt am Wasser, hat einen großen Balkon und von dem schaut man nicht nur direkt auf den Lustrafjord, sondern auch auf den Feigumfossen, einen 218 m hohen Wasserfall am Südüfer des Fjords. Es gibt sicherlich viele Hütten in Norwegen in schöner Lage am See oder Fjord, aber dieser Platz hier ist schon etwas besonderes! Hinzu kommt, das wir entgegen den Wettervorhersagen das ganze bei strahlendem Sonnenschein geniessen können.

Wir sitzen erst noch etwas in der Sonne, grillen dann und sitzen noch lange draußen. Später kommt dann auch der Vermieter zum Kassierren. Ein netter Norweger der sehr gut deutsch spricht. Auf meine Frage, warum er so gut deutsch spricht, antwortet er: “Das ist hier Campingsprache”.

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